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Stress Dich nicht! So erkennst du deine eigenen Stressverstärker

Stress dich nicht! – So erkennst du deine eigenen Stressverstärker

Wusstest du, dass ein Großteil des eigenen Stressempfindens hausgemacht ist? Diesen gedanklichen Stress nehmen wir dann als körperliche oder seelische Anspannung und Belastung wahr. Dieser Zustand ist, wenn er für dich zum Dauerzustand wird, hochgradig gesundheitsgefährdend und sehr belastend. Durch lebenslange Denkmuster graben sich die eigenen stressverstärkenden Gedanken tief und fest in unser Gehirn ein. Umso wichtiger ist es, diese Stressverstärker zunächst achtsam wahrzunehmen und dann mit der Zeit zu verändern. Dies ist kein leichter Prozess, denn viele davon schlummern tief und fest in unserem Unterbewusstsein und überfallen uns ganz hinterhältig oder schleichen sich still und leise immer wieder in unseren Kopf.

Warum fühlst du dich oft so gestresst? Finde es heraus!
Ich zeige dir in diesem Artikel Stressfaktoren auf, die du wirklich vermeiden solltest.

Achtsamkeits_Schmiede

Stressverstärker 1:
Sei perfekt!

Das Streben nach Perfektion kennen viele von uns und in Maßen ist es auch gar nichts schlechtes. Nimmt es allerdings überhand, lässt der Stress nicht lange auf sich warten.

Was steckt hinter diesem Stressverstärker?
Durch das perfektionistische Leistungsverhalten versuchst du Misserfolg, Versagen und eigene Fehler zu vermeiden. Es gibt Situationen und Aufgabenbereiche, wo dies dem Überleben dient: bist du zum Beispiel in der Bergrettung aktiv, darfst du dir keine Fehler erlauben.

Wann wird es problematisch?
Überträgst du diesen Perfektionismus aber in alle Lebensbereiche, dann wird es schwierig. Wenn du dich nur gut und geliebt fühlen kannst, wenn alles perfekt ist, dann kann es sehr schnell stressig werden. Dein Stress führt dann zu Selbstüberforderung und Erschöpfung – er macht dich also richtig krank.

Meine Tipps:

  • Es muss nicht alles perfekt sein, was du tust. 80% reichen meistens auch aus.
  • Verzeihe dir selbst, wenn du einen Fehler machst!
  • Überprüfe deine eigenen Leistungsansprüche kritisch und lerne zu akzeptieren, wenn du an deine Grenzen kommst.

„Am meisten machen wir falsch,
wenn wir alles richtig machen wollen.“

– Helga Schäferling –

Stressverstärker 2:
Sei beliebt!

Gehörst du zu den Menschen, die es allen recht machen wollen, die bei allen beliebt sind und die nie nein sagen?

Was steckt hinter diesem Stressverstärker?
Die Angst vor Ablehnung, Zurückweisung und Kritik sind für dich sehr belastend. Du vergisst dich und deine Bedürfnisse, um Zugehörigkeit und Akzeptanz zu spüren. Besonders schlimm ist es für dich, wenn du andere enttäuschen musst oder wenn Konflikte und Meinungsverschiedenheiten mit anderen Menschen bestehen.

Wann wird es problematisch?
Es gibt Situationen, in denen du Kompromisse schließen musst oder in denen du dich auch mal in den Hintergrund stellst, zum Beispiel wenn du dich um jemand kümmerst, der krank ist. Aber wenn es zum Dauerzustand wird, anderen zu helfen und immer da zu sein und du dich dabei selbst vergisst, dann macht dich das krank. Aus helfenden Berufen wissen wir längst, dass das auf längere Sicht in den Burn-out führen kann.

Meine Tipps:

  • Erlaube dir, dich genauso gut um dich zu kümmern, wie du dich auch um andere kümmerst.
  • Lade zuerst deine eigenen Batterien wieder auf, dann hast du genügend Energie für deine Liebsten.
  • Schenke dir selbst die Anerkennung, die du dir von anderen wünschst.

Stressverstärker 3:
Sei stark & unabhängig!

Ist es für dich bedrohlich, wenn du merkst, dass du mal auf die Hilfe von anderen angewiesen bist?

Was steckt hinter diesem Stressverstärker?
Für Menschen mit einem sehr ausgeprägtem Autonomiemotiv ist es bedrohlich, wenn sie Abhängigkeit, Schwäche oder Hilfsbedürftigkeit erleben. Dazu gehört zum Beispiel, dass du mit niemandem über deine Sorgen und Ängste sprichst und dass du z.B. lieber allein arbeitest, als dich mit anderen zu besprechen. Du möchtest nach Außen stark und vollkommen unabhängig wirken.

Wann wird es problematisch?
Nach Hilfe zu fragen und dich bei anderen anzulehnen ist für dich sehr unangenehm, sodass du lieber alles alleine machst. Aber diese ständige Selbstüberforderung führt dich zwangsläufig in die totale Erschöpfung.

Meine Tipps:

  • Spring auch mal über deinen eigenen Schatten und hole dir Unterstützung von Außen. Du wirst sehen, dass das sehr entlastend ist.
  • Im Stress sehen wir manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht. Deshalb ist es super hilfreich, wenn auch einmal jemand anderes auf deine Herausforderungen blickt.
  • Erlaube dir auch einfach mal, Schwäche zu zeigen. Denn das macht uns alle unglaublich menschlich.
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Stressverstärker 3:
Behalte die Kontrolle!

Machst du dir ständig Sorgen über mögliche Risiken und Gefahren? Ist es immer sehr stressig für dich, wenn sich dein Partner auf der viel und schnell befahrenen Autobahn auf dem Weg zu dir befindet? Oder hast du Angst falsche Entscheidungen zu treffen? Gehst du nicht gerne Risiken ein und allein der Gedanke an eine finanzielle Investition lässt dich frösteln?

Was steckt hinter diesem Stressverstärker?
Menschen mit einem starken Kontrollstreben versuchen möglichst alles selbst unter Kontrolle zu haben. Ihr Wunsch nach Sicherheit und Kontrolle über das eigene Leben bestimmt ihren Alltag und führt dazu, dass sie sich ständig Sorgen machen.

Wann wird es problematisch?
Es kostet dich sehr viel Zeit Entscheidungen zu treffen, die Angst mögliche Risiken zu übersehen, ist einfach zu groß. Delegieren fällt dir sehr schwer, weil du Kontrolle abgeben musst. Auf Dauer führt dieser Stressverstärker zu Selbstüberforderung und Ausbrennen, denn eine hundertprozentige Sicherheit und totale Kontrolle gibt es nicht.

Meine Tipps:

  • Habe Mut zum kalkulierten Risiko und lass los!
  • Erlaube dir mal wieder, spontane Entscheidungen zu treffen und deinem Bauchgefühl zu vertrauen.
  • Erinnere dich daran: Selbst Entscheidungen sind nie in Stein gemeißelt.
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Stressverstärker 4:
Ich kann nicht!

Schiebst du deine Probleme gerne auf die lange Bank? Stresst es dich, unangenehme Aufgaben bewältigen zu müssen oder Frustration und Anstrengung zu begegnen?

Was steckt hinter diesem Stressverstärker?
Um unangenehmen Situationen aus dem Weg zu gehen, schiebst du Arbeiten und Aufgaben lange Zeit vor dir her und flüchtest dich in Hilflosigkeit. Eigentlich besteht bei dir der Wunsch nach einem bequemen Leben und nach Wohlsein. Mit diesem Stressverstärker hast du schon früh gelernt, dass du deinen eigenen Kompetenzen nicht vertrauen kannst. Du schützt dich also auf diese Weise vor Anstrengung und Schwierigkeiten.

Wann wird es problematisch?
Durch dieses nichts Tun kommst du aber unvermeidlich in chronischen Stress, denn irgendwann holen dich all die unerledigten Aufgaben wieder ein. Die bekannten Folgen, die im Burn-out enden können, sind nahezu unvermeidlich.

Meine Tipps:

  • Eat the frog! Erledige unliebsame Aufgaben zuerst und mache zum Schluß eine Aufgabe, die du gerne machst. Dein Gehirn belohnt dich dafür mit Hormonen, die glücklich machen.
  • Hab Vertrauen in deine Fähigkeiten und blicke regelmäßig darauf zurück, was du schon alles geschafft hast!
  • Setze dir immer wieder kleine, realistische Ziele und feiere dich, wenn du diese erreichst hast.
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Wie kann dir die Achtsamkeit dabei helfen, deine Stressverstärker zu erkennen?

Achtsamkeit kann dir nicht nur in Stressmomenten helfen, aus dem Autopilot Modus auszusteigen. Es ist die Fähigkeit bewusst zu leben und den Moment so anzunehmen, wie er gerade ist. Die Achtsamkeit ist ein Weg, um aus deinem Gedankenkarussell auszusteigen, denn sie holt dich einfach in den gegenwärtigen Moment zurück.

Versuche in stressigen Situationen deinen Stressverstärker erst einmal bewusst wahrzunehmen. Dank der Achtsamkeit kannst du deine Gedanken nämlich wahrnehmen und bewusst entscheiden, ob du ihnen folgst oder sie wieder ziehen lässt. Denk dabei nicht an das Morgen, was wohl sein könnte oder was gestern war. Bringe dich einfach mit deiner jetzigen Situation und mit dir selbst in Verbindung. So kannst du dich aus der Vogelperspektive wahrnehmen und hinterfragen, ob du diesen Stressverstärker jetzt tatsächlich brauchst – oder eben nicht.

Achtsamkeit hilft dir, deine eigenen Verhaltensmuster zu erkennen und zu hinterfragen. So hast du die Möglichkeit, diese Muster zu verändern und hinderliche durch förderliche Denkmuster zu ersetzen.

Dank der Achtsamkeit kannst du:

  • deine Stressverstärker bewusst wahrnehmen.
  • lernen, diese zu hinterfragen.
  • eine neue Entscheidung für dich treffen.
  • dich von diesen alten Verhaltensmustern lösen.

„Die Unruh kommt von dir.
Nichts ist, das dich bewegt –
du selbst bist das Rad,
das aus sich selber läuft
und keine Ruhe hat.“

– Angelus Silesius –

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„Raus aus dem Stress-Modus – das kannst du direkt tun:

 

Wenn dich deine Stressverstärker wieder einmal in die Bredouille bringen, kannst du mit diesen kleinen Übungen direkt gegenwirken und Ruhe ins System bringen. Diese Übungen wirken unmittelbar auf den Parasympathikus, unseren Ruhenerv:

  • Seufzen oder Stöhnen: Diese Geräusche wirken beruhigend und entlastend.
  • Gähnen: Gähne mit weit offenem Mund. Das entspannt dein Gesicht, den Mundraum und den Nacken.
  • Dehnen: Nutze Gelegenheiten dich zwischendurch mal zu dehnen und dich von unnötiger Anspannung zu befreien.
  • Die Augen entspannen: Reibe Deine Hände aneinander, bis sie warm sind und gönne dir die sanfte Dunkelheit und Wärme, wenn du sie über Deine Augen legst.

Es kann auch helfen, dich immer wieder mit bestimmten Fragen auseinanderzusetzen:

• Wofür bin ich dankbar, was gibt es Schönes in meinem Leben?
• Was kann ich aus einer bestimmten Situation lernen, welchen Sinn hat sie?
• Ist die Situation wirklich so wichtig? Was gibt es eventuell Wichtigeres?
• Was ist das Gute daran? Wozu kann es auch gut sein?
• Was bringt es mir eigentlich, wenn ich mich so aufrege? Helfen mir Ärger und Enttäuschung, um mich so zu fühlen, wie ich mich fühlen möchte?
• Hilft mir das Hadern überhaupt, um die Situation in den Griff zu bekommen?

Du kannst Dir auch immer wieder die Frage stellen, wie du morgen, in einem Jahr oder in zehn Jahren über eine Sache denkst. Dies kann ungemein helfen, einen Blickwinkel aus der Distanz zu bekommen und die Sache etwas rationaler zu sehen.

Achte gut auf dich, denn du bist das Wertvollste das du hast!

„Um klar zu sehen, genügt oft
ein Wechsel der Blickrichtung.“

– Antoine de Saint-Exupéry –

Für regelmäßige Tipps zu den Themen Achtsamkeit, Meditation & Stressbewältigung abonniere gerne meinen Blog, folge mir auf Facebook und Pinterest und lass uns gemeinsam die Welt ein Stückchen stressfreier machen.

Liebevolle und achtsame Grüße
Deine Tina

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Wer schreibt hier?

Hallo, ich heiße Tina.

Ich arbeite leidenschaftlich gerne als MBSR & Achtsamkeitstrainerin und unterstütze Menschen auf ihrem Weg zu einem achtsamen Umgang mit Stress. Ich habe 2 wundervolle Kinder und mein Mann nennt mich liebevoll "Medi-Tier." Mein Herz brennt fürs Reisen, für Yoga & Meditation und natürlich für gutes Essen.

„Ein achtsames Leben zu führen heißt, das eigene Leben mit all seinen Facetten bewusst wahrzunehmen und es so anzunehmen, wie es jetzt gerade ist, wissend, dass sich alles verändert und nichts bleibt.“